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Montafon

                                                
Tour: Samstag, 06.08.2005 - Montafon / MX5-Treffen in Götzis

Samstag Morgen, 8.00 Uhr und es regnet. Mal mehr, mal weniger, aber stetig. Und das soll jetzt unsere Montafon Tour werden. Na klasse, wieder mal genau getroffen. Trotzdem fuhren wir. Das waren wir schon unseren Gästen vom Miata Team und MX5 for Fun Möhnesee schuldig. Und siehe da - es stellten sich zur Abfahrtszeit um 09.00 doch stolze 9 Fahrzeuge ein, darunter wieder 2 von den MX5-Freunden Ulm. Unser Michi allerdings war verschollen und wir konnten ihn auch nicht per Handy erreichen. Etwas traurig darüber starteten wir kurz darauf in Richtung Götzis, Österreich. Dort wollten wir uns mit den anderen Teilnehmern der Tour, unseren Tiroler Freunden und dem Roadsterteam Ostschweiz treffen. Damit gings los. Roland scherte gleich aus und fuhr voraus, um auf der Strecke noch Rudi und Bianca aus Ravensburg aufzunehmen. Die Dächer waren zu - außer bei Herbert von den Ulmern. Sein Motto war: ein Roadster hat kein Dach!

Also auf der Autobahn Richtung Lindau und durch einige Regengüsse hindurch. Hier auf der Strecke gesellte sich Roland und unsere Ravensburger hinzu, sodass wir jetzt komplett waren. In Lindau fuhren wir ab und nahmen die 190 Richtung Götzis - was für eine Strecke. Hier gings fast schon rückwärts denn in Schritttempo. Aber da die Sonne immer öfter zwischen den manchmal bedrohlich dunklen Wolken hindurch schien, öffneten immer mehr ihr Dach. Kaum zu glauben, so wie der Tag angefangen hatte.
Inzwischen meldete sich auch unser Michi, der sich an einer Baustelle grenzenlos verfahren hatte und jetzt zu einer beispiellosen Aufholjagd startete. Wir quälten uns inzwischen weiter auf der 190 Richtung Götzis und kamen zu unserem Treffpunkt "Mazda-Maier, Götzis" mit lockeren 50 Minuten Verspätung. Unsere Tiroler Freunde und die Schweizer waren natürlich schon lange da und wir staunten nicht schlecht, als wir bei Mazda Maier einbogen. Da standen immerhin 16 Mazdas, die schon sehnsüchtig auf uns warteten. Wir waren erstmal komplett, bis auf Michi, der die 190 noch vor sich hatte.

Nach kurzem Beschnuppern stellten wir fest: auch mit den Schweizer MX5lern passt es doch hervorragend. Es gab natürlich 'ne Menge zu sehen und zu staunen, was andere so mit ihren Kisten alles veranstalten. Spezielle Sitze, Viper-Streifen, Cockpit-Umbauten - uns wurde nicht langweilig. Dazu noch unser Gastgeber, Herr Maier, der uns mit Sekt (natürlich nur für die Beifahrer!!) verwöhnte und einem Vertreter der lokalen Presse, der sich natürlich stark für so ein Aufgebot aus 3 Ländern mit 6 Clubs interessierte. Und Michi war immer noch nicht hier. Wir konnten auch nicht mehr warten.

Also gings los nach nochmaliger Streckenanpassung in Richtung Faschinajoch. Nach ein paar Kilometern 190er und einer verpassten Abbiegung fanden wir dann endlich die richtige Abzweigung und fuhren dann wohl die schönste Strecke des Tages. Teilweise schmal, mitunter eng aber traumhafte Kurven und immer in der Gewissheit, Gleichgesinnte vor und hinter sich zu haben. Michi meldete sich wieder: "Ich bin in Götzis!!" Zu spät!! In permanenten Telefongesprächen lotsten wir ihn hinter uns her. Jede Abzweigung, jeder Streckenabschnitt wurde ihm telefonisch mitgeteilt. Und er holte auf.

Kurz vor unserem geplanten Halt wurden wir allerdings durch heftiges Gewinke von hinten angehalten. Eine Mitfahrerin von uns meinte, dass es jetzt Zeit für eine Rast sei. Da alle auch schon angehalten hatten, fügten wir uns in die einseitig ausgelöste Rast und stürmten das Lokal am Faschinajoch. Eine sehr schlechte Wahl, wie sich schnell herausstellen sollte. Wir parkten mitten auf einer Abzweigung (25 MX5 dürfen das!!) und liefen in unser Verderben. Die Kneipe war mit unserem Erscheinen (oder auch sonst) restlos überlastet. Runde 40 Gäste mit Essen konnten doch in erstaunlichen 2 Stunden bewirtet werden. Der Einzige, der davon profitierte war Michi, der irgendwann mit Schweißtropfen auf der Nase eintraf und sicherlich nahezu alle österreichischen Verkehrsregeln gebrochen hatte, um zu uns aufzuschließen. Egal - jetzt waren wir erst komplett. Nachdem wir alle versorgt waren (kaum zu glauben, dass dies noch geschehen war) starteten wir wieder durch.

Das Wetter machte jetzt sichtlich zu. Kurze Zeit später fuhren wir im dichten Nebel und es begann heftig zu regnen. Einige ganz Harte (jou, natürli die Schwyzer, häh) fuhren weiter offen. Irgendwie haben wir dann in diesem Wetterchaos Bockmist gebaut und sind falsch gefahren. Denn nach kurzer weiterer traumhafter Strecke fanden wir uns wieder in der Nähe von Götzis. Oh Gott, kann Mensch so irren?? Offensichtlich ja. Zumindest wir konnten es. Etwas ratlos hielten wir an. Da kamen uns unsere Schweizer Freunde zu Hilfe und sagten: Cheises Problem - mür fohret no Oberriat zu üserem Clublokal. Gesagt getan - wir fuhren los.

Was wir bisher nicht geschafft hatten - das schafften wir jetzt. Die Einen fuhren geradeaus - die Anderen bogen rechts ab - die Nächsten waren gerüchtweise schon nach Hause gefahren und die Truppe hatte sich zerfleddert. Also staunten wir alle nicht schlecht, als sich im Löwen in Oberriet (CH) alle wieder eingefunden hatten und wir uns dort nochmals zusammensetzten.

Später geleiteten uns unsere neuen Freunde aus der Schweiz zum passenden Grenzübergang und wir fuhren Richtung Heimat. Im LariFari in Berkheim ließen wir den Tag Revue passieren und bei einem schönen Abendessen ausklingen. Unseren Gästen aus Lippstadt hatte es sehr gut gefallen und es war Ihnen etwas schwer ums Herz, am nächsten Tag wieder heim zu fahren.

Trotzdem nicht alles so gelaufen war, wie wir es geplant hatten, haben wir doch wieder festgestellt: Wenn Menschen, die sich verstehen und eine gemeinsame Leidenschaft teilen, zusammen sind, kommt es nicht auf das Ziel an, sondern den gemeinsamen Weg, den sie gehen. Das ist die Basis, die Tage unvergessen macht. Und dieser Tag gehört mit Sicherheit dazu.

Reni und Klaus